Neurodermitis

Sport und Ernährung

Sport

Es gibt keinen Grund, warum Neurodermitiker sich nicht sportlich betätigen sollten. Im Gegenteil: Das Kind erhält hieraus Bestätigung und Anerkennung.
Wichtig ist, bei der Sportkleidung auf weiche, luftdurchlässige Kleidung zu achten, damit es nicht zu einem Wärmestau kommen kann. Nach einer sportlichen Anstrengung sollte lauwarm geduscht und die Haut sorgfältig eingecremt werden.

Ernährung

Eine spezielle Neurodermitisdiät gibt es nicht. Nur Lebensmittel, die bewiesener­maßen beim jeweiligen Patienten zu Unverträglichkeitsreaktionen führen, sollten weggelassen werden. Rigide Diätvorschriften (z. B. ganz ohne tierisches Eiweiß) können zu Mangelerscheinungen führen und besonders bei Kindern irreversible Folgen haben.

Leider ist kein Test zu 100% zuverlässig, weshalb die Patienten zumeist selbst ausprobieren müssen, was ihnen bekommt und was nicht. Dabei können in Zusammenarbeit mit einem Arzt und einer Diätassistentin Suchdiäten durchgeführt werden, um die Beschwerden auslösenden Lebensmittel ausfindig zu machen. Hilfreich ist das Führen eines Tagebuches.

Bei vielen Patienten kann die Gabe von Nachtkerzen- oder Borretschöl zu einer Besserung der Symptome führen. Diese Öle enthalten Gamma-Linolensäure, die positiv auf die Erkrankung einwirken kann. Dagegen konnten Studien bisher nicht eindeutig beweisen, dass die Gabe von Fischöl bei atopischer Dermatitis hilft.

Die Ernährung sollte ausgewogen sein mit allen Lebensmitteln, die vertragen werden. Das bedeutet (wenn diese Lebensmittel keine Allergien auslösen) möglichst täglich Milchprodukte, viele Vollkornprodukte, Gemüse und Obst, 1-2mal wöchentlich Fisch und nicht öfter als 2-3mal wöchentlich Fleisch und Wurstwaren essen. Pflanzliche Fette mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren sollten bevorzugt verzehrt werden (Sonnenblumenöl, Olivenöl). Lebensmittel, deren Zusammensetzung nicht genau bekannt ist, sollten besser gemieden werden. Werden Obst und Gemüse nicht gut vertragen, kann kurzes Andünsten die Verträglichkeit erhöhen.

Kreuzallergien

Im Erwachsenenalter sind es die pollenassoziierten Nahrungsmittelallergien, die so genannten Kreuzreaktionen, die bei etwa 50 Prozent der erwachsenen und jugendlichen Neurodermitiker das Hautbild verschlechtern, auch wenn nicht immer typische Heuschnupfensymptome vorliegen.

Pseudoallergien

Pseudoallergien sind nicht immunologisch vermittelt, vielmehr findet eine willkürliche Freisetzung von Histamin und anderen entzündungsfördernden Mediatoren aus den Mastzellen statt.
Bei einzelnen Neurodermitikern können natürliche und künstliche Nahrungsmittelinhaltstoffe den Ekzemverlauf beeinflussen.
Als Auslöser pseudoallergischer Reaktionen konnten bislang Zusatzstoffe (Azofarbstoffe, Konservierungsstoffe, Farbstoffe), natürliche Lebensmittelinhaltsstoffe (Salicyl- und Benzoesäure, Aromastoffe in Tomaten, Gewürzen), Geschmacksverstärker, Zitronensäure und Zitrusfrüchte identifiziert werden.