Neurodermitis

Psychologische Betreuung

Die Wechselwirkung zwischen Hautveränderung und seelischen Einflüssen ist allgemein bekannt. Schulprobleme, Prüfungssituationen, Ehekrisen, Scheidung, Tod eines geliebten Menschen oder Arbeitsplatzprobleme können das Krankheitsbild Neurodermitis verschlimmern. Darüber hinaus ist die psychische Belastung der Familienangehörigen, insbesondere die der Mutter eines an Neurodermitis erkrankten Kindes, sehr hoch.
Hilfreich ist es, Kontakt zu anderen betroffenen Neurodermitikern oder Eltern von Kindern mit Neurodermitis aufzunehmen.

Der Juckreiz-Kratz-Zirkel

Die ständige Wiederholung von Juckreiz und anschließendem Kratzen mündet schließlich in einen Teufelskreis (Stangier et al., 1987), der von einigen Autoren (Rajka, 1989; Wüthrich, 1988) für die Chronifizierung der Erkrankung verantwortlich gemacht wird. Neben dem Juckreiz tragen Konditionierungs­prozesse dazu bei, daß auch diffuse emotionale oder situative Anspannung auslösenden Charakter erhalten kann. Dies Psychosomatische Aspekte der Neurodermitis können Unbehagen, Ärger, Erwartung von Situationen mit unklarem Ausgang, Zeitdruck, Langeweile oder Entscheidungs­konflikte sein (Bosse u. Hünecke, 1981; Niebel, 1990). Kratzen und Juckreiz verstärken sich daher gegenseitig (Böddeker u. Böddeker, 1976). Psychosoziale Belastungen (z.B. ein schlechtes Gewissen, wieder gekratzt zu haben; Selbstvorwürfe; Vorwürfe seitens der Eltern) tragen zur Aufrechterhaltung dieses Teufelskreises bei.
Systematische Verhaltensbeobachtung hilft bei der Klärung, ob es sich um einen Juckreiz-Kratz-Zirkel oder um ein autonomes Kratzen handelt. Es können alternative Strategien erarbeitet werden, um das Kratzen zu reduzieren: z.B. ignorieren des Kratzens d. d. Eltern, Eiswürfel auflegen, Massageball verwenden, spielerisches Ablenken, Entspannungstechniken, psychologisches Training etc.